Die kurze Antwort
Bei sehr hellen, roten, grauen oder weißen Haaren funktioniert dauerhafte Haarentfernung mit SHR nur eingeschränkt oder gar nicht. Das Verfahren braucht dunklen Farbstoff im Haar. Dunkelblonde Haare können noch ansprechen, sehr helle dagegen kaum. Bei gemischtem Haarwuchs kann die Behandlung der dunklen Haare trotzdem sinnvoll sein.
Bei dauerhafter Haarentfernung entscheidet nicht nur, wie viele Haare Sie haben.
Entscheidend ist, wie viel Farbstoff in diesen Haaren steckt.
Das ist der Grund, warum zwei Frauen mit ähnlich dichtem Haarwuchs völlig unterschiedliche Ergebnisse bekommen können. Die eine hat kräftige dunkle Haare und eine gute Ausgangslage. Die andere hat sehr hellen Flaum, rote oder bereits graue Haare und damit deutlich weniger Möglichkeiten.
Wenn das vorher klar ist, lässt sich viel Geld und Frust vermeiden.
Warum die Haarfarbe überhaupt so wichtig ist
SHR arbeitet mit Lichtenergie.
Der dunkle Farbstoff im Haar nimmt diese Energie auf und wandelt sie in Wärme um. Diese Wärme wirkt auf die Struktur, aus der das Haar nachwächst.
Damit das funktioniert, muss ausreichend Farbstoff vorhanden sein.
Fehlt er, kann auch mehr Energie das Grundproblem nicht lösen.
Darum ist dunkles Haar für diese Methode grundsätzlich günstiger als sehr helles, rotes, graues oder weißes Haar.
So unterschiedlich reagieren die Haarfarben
Die Ausgangslage lässt sich grob nach Haarfarbe einteilen.
- Schwarzes und dunkelbraunes Haar: sehr günstige Ausgangslage.
- Mittelbraunes Haar: gute Ausgangslage.
- Dunkelblondes Haar: kann noch brauchbar ansprechen.
- Hellblondes Haar: deutlich schwieriger und häufig nicht lohnend.
- Rotes Haar: spricht schlecht an.
- Graues und weißes Haar: praktisch nicht sinnvoll behandelbar.
Diese Unterschiede entstehen nicht durch die Qualität eines einzelnen Studios, sondern durch die physikalische Grundlage des Verfahrens.
Warum graues und weißes Haar besonders schwierig ist
Graues und weißes Haar hat den Farbstoff verloren, den SHR für seine Wirkung braucht.
Genau deshalb ist die Situation bei Frauen in oder nach den Wechseljahren manchmal besonders frustrierend.
Am Kinn entstehen neue kräftigere Haare, gleichzeitig sind einzelne davon bereits grau oder weiß.
Der Leidensdruck kann groß sein, obwohl gerade diese hellen Haare für eine lichtbasierte Haarentfernung kaum geeignet sind.
In so einem Fall halte ich nichts davon, einfach trotzdem eine Serie zu verkaufen.
Wenn der entscheidende Farbstoff fehlt, macht eine höhere Sitzungszahl daraus keine gute Ausgangslage.
Rote Haare haben ein anderes Problem
Rotes Haar enthält Farbstoff, aber einen anderen als dunkles braunes oder schwarzes Haar.
Dieser Farbstoff nimmt das Licht für die Behandlung ungünstiger auf.
Deshalb kann kräftig rotes Haar sichtbar und dunkel wirken und trotzdem deutlich schlechter auf SHR reagieren als ein braunes Haar mit ähnlicher Stärke.
Auch hier gilt: Mehr Haare oder mehr Sitzungen verändern die physikalische Grundlage nicht.
Darum sollte rotes Haar vor Beginn besonders kritisch beurteilt werden.
Bei blondem Haar gibt es keine einfache Ja oder Nein Antwort
Blond ist nicht gleich blond.
Ein kräftiges dunkelblondes Haar kann noch genügend Pigment enthalten, um auf SHR anzusprechen.
Sehr helles Blond oder feiner heller Flaum sieht dagegen zwar in der Fläche manchmal deutlich aus, enthält im einzelnen Haar aber wenig dunklen Farbstoff.
Genau deshalb täuscht die Selbsteinschätzung häufig.
Viele feine blonde Haare nebeneinander können im Spiegel wie eine dunklere Fläche wirken. Für die Behandlung zählt aber nicht die Fläche, sondern das einzelne Haar.
Darum sollte die Farbe bei Tageslicht betrachtet werden.
Helle Haare vorher zu färben funktioniert nicht
Der Gedanke klingt logisch: Wenn dunkles Haar besser reagiert, könnte man helles Haar doch einfach vorher dunkel färben.
Das funktioniert nicht.
Haarfarbe verändert hauptsächlich den sichtbaren Teil des Haares. Die Behandlung braucht den Farbstoff aber in der Struktur, die tiefer liegt und für die Wirkung entscheidend ist.
Eine aufgetragene Farbe schafft diesen Farbstoff dort nicht.
Deshalb machen auch andere Tricks mit Stiften oder aufgetragener Farbe aus ungeeignetem Haar kein behandelbares Haar.
Der sinnvollere Weg ist eine ehrliche Einschätzung vor Beginn.
Gemischter Haarwuchs kann trotzdem sinnvoll behandelt werden
Viele Körperzonen bestehen nicht aus einer einzigen Haarfarbe.
In der Bikinizone, an den Beinen oder auch im Gesicht können dunkle kräftige Haare neben hellem Flaum stehen.
Dann kann SHR durchaus sinnvoll sein.
Die dunklen Haare können deutlich reduziert werden, während der helle Flaum bleibt.
Das Ergebnis ist also nicht vollständig haarfreie Haut, aber häufig genau die Veränderung, die eigentlich gewünscht war.
Wenn vor allem die dunklen, sichtbaren Haare stören, kann diese Teilreduktion einen großen Unterschied machen.
Die Erwartung muss nur vorher klar sein.
Gerade im Gesicht ist die Beurteilung schwieriger
Im Gesicht stehen häufig unterschiedliche Haartypen direkt nebeneinander.
Sie sehen feinen hellen Flaum, einzelne kräftige dunkle Haare und Zwischenstufen, die je nach Licht blond oder hellbraun wirken.
Behandelbar sind vor allem die Haare mit genügend dunklem Farbstoff.
Der helle Flaum bleibt.
Darum ist das Ziel im Gesicht oft nicht komplette Haarfreiheit. Sinnvoller ist die deutliche Reduktion der auffälligen dunklen Haare, die bisher regelmäßig gezupft oder rasiert wurden.
Wenn dadurch tägliches Zupfen entfällt, kann auch die mechanische Reizung der Haut abnehmen.
Auch die Hautfarbe spielt eine Rolle
Nicht nur Haare enthalten Farbstoff, sondern auch die Haut.
Je dunkler die Haut ist, desto mehr Energie kann auch dort aufgenommen werden.
Das macht dunkles Haar auf sehr dunkler Haut anspruchsvoller als dunkles Haar auf hellerer Haut.
Aus demselben Grund sollte nicht auf frisch gebräunter Haut behandelt werden.
Das gilt für Bräune aus Sonne, Solarium und auch für Selbstbräuner.
Die Beurteilung betrifft also immer beides: Haar und Haut.
Was Sie vor einer Serie prüfen sollten
Schauen Sie sich nicht nur an, wie dicht die Zone wirkt.
Betrachten Sie einzelne Haare bei Tageslicht.
Fragen Sie sich:
- Sind die störenden Haare wirklich dunkel?
- Sind sie kräftig oder handelt es sich hauptsächlich um hellen Flaum?
- Gibt es verschiedene Haarfarben innerhalb derselben Zone?
- Hat sich der Haarwuchs in letzter Zeit verändert?
- Gab es hormonelle Veränderungen durch Pille, Schilddrüse oder Wechseljahre?
Diese Punkte sagen deutlich mehr über die Erfolgsaussichten als die bloße Menge der Haare.
Eine Teststelle kann eine sinnvolle Frage sein
Wenn Ihr Haar zwischen zwei Kategorien liegt, können Sie ein Studio fragen, ob eine kleine Teststelle sinnvoll ist.
Das ist besonders bei dunkelblondem, hellbraunem oder gemischtem Haarwuchs eine vernünftige Frage.
Eine Teststelle ändert die physikalischen Grenzen der Methode nicht. Sie kann aber dabei helfen, die Reaktion eines grenzwertigen Haartyps besser einzuschätzen, bevor eine größere Serie gebucht wird.
Wichtig ist, dass daraus kein Erfolgsversprechen gemacht wird.
Wann ich eine Serie nicht sinnvoll finde
Wenn die störenden Haare überwiegend sehr hell, weiß, grau oder kräftig rot sind, würde ich die Erwartungen sehr niedrig ansetzen.
Bei grauem und weißem Haar fehlt der benötigte Farbstoff praktisch vollständig.
Dann ist eine Serie mit SHR nicht die richtige Antwort.
Bei gemischtem Haar sieht es anders aus. Dort kann die Behandlung der dunklen Haare sinnvoll sein, auch wenn die hellen bestehen bleiben.
Eine gute Entscheidung beginnt deshalb nicht mit der Frage, wie viele Sitzungen Sie buchen sollen.
Sie beginnt mit der Frage, ob Ihre störenden Haare überhaupt genügend Farbstoff für die Methode besitzen.
Erfahrung ersetzt keine ehrliche Grenze
Ich arbeite seit 36 Jahren in der Kosmetik und habe über 7.000 Kundinnen begleitet. Diese Erfahrung ändert trotzdem nicht die physikalischen Grenzen eines Verfahrens.
Wenn ein Haar keinen geeigneten Farbstoff enthält, kann auch Erfahrung daraus kein dunkles Haar machen.
Deshalb ist eine klare Absage manchmal wertvoller als eine gebuchte Serie.
Mehr zu meiner Arbeitsweise finden Sie unter Über Christine.
Wann das in ärztliche Hände gehört
Wenn Haarwuchs im Gesicht plötzlich neu auftritt oder sich deutlich verstärkt, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Hormonelle Veränderungen oder Erkrankungen können dahinterstehen. Eine kosmetische Haarentfernung würde in diesem Fall zunächst nur das sichtbare Symptom behandeln.