Die kurze Antwort
Ja, sagen Sie vor einem MRT immer, dass Sie Permanent Make-up haben. In seltenen Fällen können pigmentierte Stellen warm werden, kribbeln oder brennen. Außerdem sind Bildartefakte möglich. Ob daraus für Ihre Untersuchung etwas folgt, entscheidet das medizinische Personal, nicht das Kosmetikstudio.
Der MRT Termin steht fest, und plötzlich fällt Ihnen ein: Da ist ja Farbe unter meinen Augenbrauen oder am Lid.
Kann das im Magnetfeld ein Problem werden?
Die kurze Antwort lautet: Sagen Sie es vorher.
Permanent Make-up bedeutet nicht automatisch, dass kein MRT möglich ist. Die Information gehört aber ins Aufklärungsgespräch, weil Pigmente metallhaltige Bestandteile enthalten können und weil in seltenen Fällen Wärme, Kribbeln oder Brennen beschrieben wurden.
Zusätzlich können Pigmente die Bildqualität beeinflussen.
Warum Permanent Make-up beim MRT überhaupt eine Rolle spielt
Ein MRT arbeitet mit einem starken Magnetfeld und Hochfrequenzimpulsen.
Deshalb werden Sie vor der Untersuchung nach Dingen gefragt, die metallische Bestandteile enthalten könnten. Dazu gehören beispielsweise Implantate, Piercings und andere Materialien am oder im Körper.
Auch Pigmente können solche Bestandteile enthalten.
Das betrifft besonders ältere Pigmente auf Eisenoxidbasis.
Darum ist Permanent Make-up eine Information, die Sie nicht einfach weglassen sollten, auch wenn die pigmentierte Fläche klein ist.
Was in seltenen Fällen passieren kann
Bei Menschen mit Tätowierungen oder Permanent Make-up sind vereinzelt Wärmegefühl, Kribbeln oder kurzes Brennen an pigmentierten Stellen beschrieben worden.
Diese Reaktionen sind selten und waren in den beschriebenen Fällen überwiegend vorübergehend und mild.
Trotzdem ist genau deshalb wichtig, dass das medizinische Personal vorher von der Pigmentierung weiß.
Wenn Sie während der Untersuchung an einer pigmentierten Stelle plötzlich Wärme oder Brennen bemerken, melden Sie sich sofort über die Rufhilfe.
Sie müssen so etwas nicht aushalten oder abwarten.
Der zweite Punkt sind mögliche Bildartefakte
Permanent Make-up kann nicht nur für Ihr Körpergefühl während der Untersuchung relevant sein.
Pigmente können auch sogenannte Bildartefakte verursachen.
Damit sind Störungen oder Auffälligkeiten in der MRT Aufnahme gemeint, die nicht von einer Erkrankung stammen müssen, sondern durch das Material in der Haut entstehen können.
Besonders bei Untersuchungen des Kopfes kann diese Information wichtig sein.
Wenn Augenbrauen oder Lidstrich pigmentiert sind, weiß die auswertende Person dadurch besser, woher eine Auffälligkeit im Bild möglicherweise kommt.
Was Sie vor dem MRT konkret sagen sollten
Sie brauchen keine lange Erklärung.
Sagen Sie einfach, dass Sie Permanent Make-up haben.
Nennen Sie dabei:
- Welche Bereiche pigmentiert sind, zum Beispiel Augenbrauen oder Lidstrich.
- Wann ungefähr pigmentiert wurde.
- Falls bekannt, welches Produkt verwendet wurde.
Wenn Sie Produktname und Chargennummer besitzen, nehmen Sie diese Informationen mit.
Solche Angaben sind nicht bei jeder Untersuchung nötig, können aber im Einzelfall hilfreich sein.
Darum empfehle ich grundsätzlich, sich Produktname und Charge bei einer Pigmentierung geben zu lassen und aufzubewahren.
Eine medizinisch notwendige Untersuchung sollten Sie nicht absagen
Das ist ein besonders wichtiger Punkt.
Wenn ein MRT angeordnet wurde, soll damit eine medizinische Frage geklärt werden.
Permanent Make-up ist kein Grund, eine notwendige Untersuchung eigenständig abzusagen oder zu verschieben.
Die richtige Reihenfolge lautet:
- Pigmentierung ansprechen.
- Medizinisches Personal entscheiden lassen.
- Untersuchung durchführen lassen, wenn sie dort freigegeben wird.
- Währenddessen sofort melden, falls Wärme oder Brennen auftritt.
Ich bin Kosmetikerin. Ob ein MRT in Ihrem individuellen Fall durchgeführt wird, entscheidet ausschließlich die medizinische Seite.
Warum Produktname und Charge Jahre später noch hilfreich sein können
Nach einer Pigmentierung denken die wenigsten Frauen darüber nach, welche genaue Charge verwendet wurde.
Solange alles unauffällig ist, wirkt diese Information auch nebensächlich.
Jahre später kann sie plötzlich interessant werden.
Zum Beispiel:
- Bei einer ungewöhnlichen Hautreaktion.
- Bei einer späteren Korrektur.
- Bei medizinischen Fragen zu verwendeten Pigmenten.
- Vor einer Untersuchung wie einem MRT.
Deshalb würde ich Ihnen empfehlen, nach Produktname und Chargennummer zu fragen und diese Angaben dauerhaft aufzubewahren.
Ein Foto auf dem Handy reicht dafür bereits.
Was sich seit 2022 bei Pigmenten geändert hat
Seit Januar 2022 gelten in der EU strengere Regeln für Inhaltsstoffe in Tätowierfarben und Permanent Make-up Pigmenten.
Hersteller haben ihre Rezepturen entsprechend angepasst.
Mehr zum rechtlichen Rahmen finden Sie auf der Seite zu den Pigmenten in der EU.
Diese strengeren Vorgaben ändern die grundsätzliche Empfehlung fürs MRT aber nicht.
Auch bei neueren Pigmenten sollten Sie die Pigmentierung ansprechen.
Es geht nicht darum, selbst chemisch zu beurteilen, ob Ihr Pigment problematisch sein könnte. Genau diese Entscheidung gehört zur medizinischen Aufklärung.
Kann das MRT die Farbe verändern?
Viele Frauen sorgen sich weniger um Wärme als um ihr Ergebnis.
Kann das Magnetfeld die Augenbrauen plötzlich verfärben oder das Permanent Make-up verblassen lassen?
Für eine solche Farbveränderung gibt es in der vorliegenden Faktenbasis keinen belastbaren Hinweis.
Die relevanten Punkte sind deshalb andere:
- mögliche Wärmeentwicklung.
- mögliches Kribbeln oder Brennen.
- mögliche Störungen im MRT Bild.
Die Sorge vor einer spontanen Farbveränderung ist verständlich, sollte aber nicht der Grund sein, eine notwendige Untersuchung infrage zu stellen.
Tätowierungen sollten Sie ebenfalls angeben
Für Tätowierungen gilt grundsätzlich dasselbe Prinzip.
Auch dort liegen Pigmente in der Haut.
Bei größeren Tätowierungen ist deutlich mehr pigmentierte Fläche vorhanden als bei Augenbrauen oder einem Lidstrich.
Wenn Sie Permanent Make-up und Tätowierungen haben, nennen Sie deshalb beides.
Das medizinische Personal kann diese Informationen dann in die Untersuchung einbeziehen.
Verschweigen bringt Ihnen keinen Vorteil.
Was Sie während des MRT tun, wenn etwas warm wird
Während eines MRT bekommen Sie eine Möglichkeit, sich beim Personal zu melden.
Wenn eine pigmentierte Stelle plötzlich warm wird, kribbelt oder brennt, nutzen Sie diese sofort.
Warten Sie nicht darauf, ob das Gefühl vielleicht wieder verschwindet.
Beschreiben Sie möglichst genau:
- Wo Sie das Gefühl spüren.
- Ob es warm, kribbelnd oder brennend ist.
- Seit wann es auftritt.
Das medizinische Personal entscheidet dann, wie weiter vorgegangen wird.
Sollte anschließend eine Rötung, Schwellung oder andere Reizung bestehen bleiben, gehört auch das ärztlich beurteilt.
Was Sie vor einer neuen Pigmentierung bedenken können
Wenn Sie bereits wissen, dass in nächster Zeit ein MRT geplant ist, können Sie das bei der Terminplanung für Ihr Permanent Make-up ansprechen.
Wenn beide Termine frei planbar sind, kann es praktischer sein, zuerst die medizinische Untersuchung durchführen zu lassen und anschließend die Pigmentierung zu planen.
Ist das MRT dagegen kurzfristig medizinisch notwendig, gibt es nichts zu überlegen.
Dann wird die Pigmentierung angegeben und die medizinische Untersuchung hat Vorrang.
Der einfache Merksatz
Sie müssen sich für ein MRT mit Permanent Make-up keine komplizierte Checkliste merken.
Drei Punkte reichen:
Sagen Sie vorher, dass Sie pigmentiert sind.
Lassen Sie eine notwendige Untersuchung nicht wegen des Permanent Make-ups ausfallen.
Melden Sie sich während des MRT sofort, wenn eine pigmentierte Stelle warm wird, kribbelt oder brennt.
Alles Weitere entscheidet die durchführende Praxis.
Das ist auch die richtige Grenze zwischen Kosmetik und Medizin.
Wann das in ärztliche Hände gehört
Ob Permanent Make-up in Ihrem konkreten Fall für ein MRT relevant ist, entscheidet ausschließlich die durchführende medizinische Praxis. Informieren Sie das Personal vorher über die Pigmentierung und melden Sie während der Untersuchung sofort Wärme, Kribbeln oder Brennen an der behandelten Stelle.