Eignung und Sicherheit

    Muss ich beim MRT sagen, dass ich Permanent Make-up habe?

    Die kurze Antwort

    Ja, sagen Sie vor einem MRT immer, dass Sie Permanent Make-up haben. In seltenen Fällen können pigmentierte Stellen warm werden, kribbeln oder brennen. Außerdem sind Bildartefakte möglich. Ob daraus für Ihre Untersuchung etwas folgt, entscheidet das medizinische Personal, nicht das Kosmetikstudio.

    14. September 2026Antwort von Christine Dohanetz

    Der MRT Termin steht fest, und plötzlich fällt Ihnen ein: Da ist ja Farbe unter meinen Augenbrauen oder am Lid.

    Kann das im Magnetfeld ein Problem werden?

    Die kurze Antwort lautet: Sagen Sie es vorher.

    Permanent Make-up bedeutet nicht automatisch, dass kein MRT möglich ist. Die Information gehört aber ins Aufklärungsgespräch, weil Pigmente metallhaltige Bestandteile enthalten können und weil in seltenen Fällen Wärme, Kribbeln oder Brennen beschrieben wurden.

    Zusätzlich können Pigmente die Bildqualität beeinflussen.

    Warum Permanent Make-up beim MRT überhaupt eine Rolle spielt

    Ein MRT arbeitet mit einem starken Magnetfeld und Hochfrequenzimpulsen.

    Deshalb werden Sie vor der Untersuchung nach Dingen gefragt, die metallische Bestandteile enthalten könnten. Dazu gehören beispielsweise Implantate, Piercings und andere Materialien am oder im Körper.

    Auch Pigmente können solche Bestandteile enthalten.

    Das betrifft besonders ältere Pigmente auf Eisenoxidbasis.

    Darum ist Permanent Make-up eine Information, die Sie nicht einfach weglassen sollten, auch wenn die pigmentierte Fläche klein ist.

    Was in seltenen Fällen passieren kann

    Bei Menschen mit Tätowierungen oder Permanent Make-up sind vereinzelt Wärmegefühl, Kribbeln oder kurzes Brennen an pigmentierten Stellen beschrieben worden.

    Diese Reaktionen sind selten und waren in den beschriebenen Fällen überwiegend vorübergehend und mild.

    Trotzdem ist genau deshalb wichtig, dass das medizinische Personal vorher von der Pigmentierung weiß.

    Wenn Sie während der Untersuchung an einer pigmentierten Stelle plötzlich Wärme oder Brennen bemerken, melden Sie sich sofort über die Rufhilfe.

    Sie müssen so etwas nicht aushalten oder abwarten.

    Der zweite Punkt sind mögliche Bildartefakte

    Permanent Make-up kann nicht nur für Ihr Körpergefühl während der Untersuchung relevant sein.

    Pigmente können auch sogenannte Bildartefakte verursachen.

    Damit sind Störungen oder Auffälligkeiten in der MRT Aufnahme gemeint, die nicht von einer Erkrankung stammen müssen, sondern durch das Material in der Haut entstehen können.

    Besonders bei Untersuchungen des Kopfes kann diese Information wichtig sein.

    Wenn Augenbrauen oder Lidstrich pigmentiert sind, weiß die auswertende Person dadurch besser, woher eine Auffälligkeit im Bild möglicherweise kommt.

    Was Sie vor dem MRT konkret sagen sollten

    Sie brauchen keine lange Erklärung.

    Sagen Sie einfach, dass Sie Permanent Make-up haben.

    Nennen Sie dabei:

    • Welche Bereiche pigmentiert sind, zum Beispiel Augenbrauen oder Lidstrich.
    • Wann ungefähr pigmentiert wurde.
    • Falls bekannt, welches Produkt verwendet wurde.

    Wenn Sie Produktname und Chargennummer besitzen, nehmen Sie diese Informationen mit.

    Solche Angaben sind nicht bei jeder Untersuchung nötig, können aber im Einzelfall hilfreich sein.

    Darum empfehle ich grundsätzlich, sich Produktname und Charge bei einer Pigmentierung geben zu lassen und aufzubewahren.

    Eine medizinisch notwendige Untersuchung sollten Sie nicht absagen

    Das ist ein besonders wichtiger Punkt.

    Wenn ein MRT angeordnet wurde, soll damit eine medizinische Frage geklärt werden.

    Permanent Make-up ist kein Grund, eine notwendige Untersuchung eigenständig abzusagen oder zu verschieben.

    Die richtige Reihenfolge lautet:

    • Pigmentierung ansprechen.
    • Medizinisches Personal entscheiden lassen.
    • Untersuchung durchführen lassen, wenn sie dort freigegeben wird.
    • Währenddessen sofort melden, falls Wärme oder Brennen auftritt.

    Ich bin Kosmetikerin. Ob ein MRT in Ihrem individuellen Fall durchgeführt wird, entscheidet ausschließlich die medizinische Seite.

    Warum Produktname und Charge Jahre später noch hilfreich sein können

    Nach einer Pigmentierung denken die wenigsten Frauen darüber nach, welche genaue Charge verwendet wurde.

    Solange alles unauffällig ist, wirkt diese Information auch nebensächlich.

    Jahre später kann sie plötzlich interessant werden.

    Zum Beispiel:

    • Bei einer ungewöhnlichen Hautreaktion.
    • Bei einer späteren Korrektur.
    • Bei medizinischen Fragen zu verwendeten Pigmenten.
    • Vor einer Untersuchung wie einem MRT.

    Deshalb würde ich Ihnen empfehlen, nach Produktname und Chargennummer zu fragen und diese Angaben dauerhaft aufzubewahren.

    Ein Foto auf dem Handy reicht dafür bereits.

    Was sich seit 2022 bei Pigmenten geändert hat

    Seit Januar 2022 gelten in der EU strengere Regeln für Inhaltsstoffe in Tätowierfarben und Permanent Make-up Pigmenten.

    Hersteller haben ihre Rezepturen entsprechend angepasst.

    Mehr zum rechtlichen Rahmen finden Sie auf der Seite zu den Pigmenten in der EU.

    Diese strengeren Vorgaben ändern die grundsätzliche Empfehlung fürs MRT aber nicht.

    Auch bei neueren Pigmenten sollten Sie die Pigmentierung ansprechen.

    Es geht nicht darum, selbst chemisch zu beurteilen, ob Ihr Pigment problematisch sein könnte. Genau diese Entscheidung gehört zur medizinischen Aufklärung.

    Kann das MRT die Farbe verändern?

    Viele Frauen sorgen sich weniger um Wärme als um ihr Ergebnis.

    Kann das Magnetfeld die Augenbrauen plötzlich verfärben oder das Permanent Make-up verblassen lassen?

    Für eine solche Farbveränderung gibt es in der vorliegenden Faktenbasis keinen belastbaren Hinweis.

    Die relevanten Punkte sind deshalb andere:

    • mögliche Wärmeentwicklung.
    • mögliches Kribbeln oder Brennen.
    • mögliche Störungen im MRT Bild.

    Die Sorge vor einer spontanen Farbveränderung ist verständlich, sollte aber nicht der Grund sein, eine notwendige Untersuchung infrage zu stellen.

    Tätowierungen sollten Sie ebenfalls angeben

    Für Tätowierungen gilt grundsätzlich dasselbe Prinzip.

    Auch dort liegen Pigmente in der Haut.

    Bei größeren Tätowierungen ist deutlich mehr pigmentierte Fläche vorhanden als bei Augenbrauen oder einem Lidstrich.

    Wenn Sie Permanent Make-up und Tätowierungen haben, nennen Sie deshalb beides.

    Das medizinische Personal kann diese Informationen dann in die Untersuchung einbeziehen.

    Verschweigen bringt Ihnen keinen Vorteil.

    Was Sie während des MRT tun, wenn etwas warm wird

    Während eines MRT bekommen Sie eine Möglichkeit, sich beim Personal zu melden.

    Wenn eine pigmentierte Stelle plötzlich warm wird, kribbelt oder brennt, nutzen Sie diese sofort.

    Warten Sie nicht darauf, ob das Gefühl vielleicht wieder verschwindet.

    Beschreiben Sie möglichst genau:

    • Wo Sie das Gefühl spüren.
    • Ob es warm, kribbelnd oder brennend ist.
    • Seit wann es auftritt.

    Das medizinische Personal entscheidet dann, wie weiter vorgegangen wird.

    Sollte anschließend eine Rötung, Schwellung oder andere Reizung bestehen bleiben, gehört auch das ärztlich beurteilt.

    Was Sie vor einer neuen Pigmentierung bedenken können

    Wenn Sie bereits wissen, dass in nächster Zeit ein MRT geplant ist, können Sie das bei der Terminplanung für Ihr Permanent Make-up ansprechen.

    Wenn beide Termine frei planbar sind, kann es praktischer sein, zuerst die medizinische Untersuchung durchführen zu lassen und anschließend die Pigmentierung zu planen.

    Ist das MRT dagegen kurzfristig medizinisch notwendig, gibt es nichts zu überlegen.

    Dann wird die Pigmentierung angegeben und die medizinische Untersuchung hat Vorrang.

    Der einfache Merksatz

    Sie müssen sich für ein MRT mit Permanent Make-up keine komplizierte Checkliste merken.

    Drei Punkte reichen:

    Sagen Sie vorher, dass Sie pigmentiert sind.

    Lassen Sie eine notwendige Untersuchung nicht wegen des Permanent Make-ups ausfallen.

    Melden Sie sich während des MRT sofort, wenn eine pigmentierte Stelle warm wird, kribbelt oder brennt.

    Alles Weitere entscheidet die durchführende Praxis.

    Das ist auch die richtige Grenze zwischen Kosmetik und Medizin.

    Wann das in ärztliche Hände gehört

    Ob Permanent Make-up in Ihrem konkreten Fall für ein MRT relevant ist, entscheidet ausschließlich die durchführende medizinische Praxis. Informieren Sie das Personal vorher über die Pigmentierung und melden Sie während der Untersuchung sofort Wärme, Kribbeln oder Brennen an der behandelten Stelle.

    Was Kundinnen dazu noch fragen

    CT und Röntgen arbeiten nicht mit demselben starken Magnetfeld wie ein MRT, deshalb ist die dort diskutierte Wärmeentwicklung kein vergleichbares Thema. Erwähnen Sie Permanent Make-up trotzdem, besonders bei Aufnahmen von Kopf oder Gesicht, weil Pigmente im Bild sichtbar sein und die Auswertung beeinflussen können.

    Bei CT und Röntgen ist die technische Ausgangslage eine andere als beim MRT. Diese Verfahren arbeiten mit Röntgenstrahlung und nicht mit dem starken Magnetfeld und den Hochfrequenzimpulsen eines MRT. Die beim MRT diskutierte mögliche Erwärmung pigmentierter Stellen steht deshalb dort nicht in derselben Form im Mittelpunkt. Trotzdem ist es sinnvoll, Permanent Make-up bei der medizinischen Aufklärung zu erwähnen. Pigmente mit metallhaltigen Bestandteilen können auf Aufnahmen sichtbar sein und dadurch möglicherweise wie eine Auffälligkeit wirken. Besonders bei Untersuchungen im Kopf oder Gesichtsbereich ist diese Information hilfreich, weil sich dort auch Augenbrauen oder Lidstrich im untersuchten Bereich befinden können. Die einfache Regel bleibt deshalb unabhängig vom Verfahren gleich: Sagen Sie vorher, was pigmentiert wurde und an welcher Stelle. Die medizinische Fachperson kann anschließend beurteilen, ob diese Information für die konkrete Untersuchung überhaupt eine Rolle spielt. Eine notwendige Untersuchung sollte nicht eigenständig wegen einer vorhandenen Pigmentierung abgesagt oder verschoben werden.

    Ja, lassen Sie sich Produktname und Chargennummer nennen und bewahren Sie diese Informationen auf. Bei späteren Hautreaktionen, medizinischen Fragen oder einer Korrektur ist das die verlässlichste Auskunft darüber, welches Pigment tatsächlich verwendet wurde. Ein Foto der Angaben reicht für Ihre Unterlagen aus.

    Produktname und Charge wirken unmittelbar nach einer problemlosen Pigmentierung nicht besonders wichtig. Später können sie sehr wertvoll werden. Wenn Jahre danach eine ungewöhnliche Hautreaktion auftritt, kann eine Hautarztpraxis anhand dieser Angaben besser nachvollziehen, welches Produkt verwendet wurde. Auch bei einer späteren Korrektur oder Überarbeitung hilft die Information über das vorhandene Pigment. Und bei medizinischen Fragen, beispielsweise vor einem MRT, können konkrete Produktangaben hilfreicher sein als die Erinnerung an eine Farbe oder Marke. Deshalb empfehle ich, bei einer Pigmentierung nach Produktname und Chargennummer zu fragen. Bewahren Sie die Angaben anschließend dauerhaft auf. Gerade weil zwischen Pigmentierung und einer späteren medizinischen Frage viele Jahre liegen können, sollten Sie sich nicht darauf verlassen, dass Sie sich dann noch an Produktdetails erinnern. Dafür brauchen Sie keinen großen Papierordner. Ein gut lesbares Foto, das Sie zu Ihren Gesundheitsunterlagen legen, reicht aus. Entscheidend ist nur, dass Sie die Information Jahre später noch finden können, wenn sie plötzlich relevant wird.

    Melden Sie sich sofort beim medizinischen Personal, wenn pigmentierte Augenbrauen während des MRT warm werden, kribbeln oder brennen. Warten Sie nicht ab und versuchen Sie nicht, das Gefühl auszuhalten. Die Untersuchung kann dann unterbrochen und die Situation medizinisch beurteilt werden.

    Wenn eine pigmentierte Stelle während des MRT plötzlich warm wird, kribbelt oder brennt, melden Sie sich sofort. Bei der Untersuchung haben Sie eine Möglichkeit, mit dem Personal Kontakt aufzunehmen. Nutzen Sie diese und beschreiben Sie möglichst genau, an welcher Stelle Sie etwas spüren und wie sich das Gefühl verändert. Das ist einer der Gründe, warum Permanent Make-up bereits vorher angesprochen werden sollte. Dann kann das Personal eine solche Reaktion schneller einordnen. Wichtig ist, nicht still zu warten oder das Gefühl auszuhalten, bis es möglicherweise stärker wird. Ob die Untersuchung unterbrochen, angepasst oder anschließend fortgesetzt wird, entscheidet die medizinische Fachperson. Diese Entscheidung gehört nicht zu Ihnen und auch nicht in ein Kosmetikstudio. Beobachten Sie die pigmentierte Stelle danach ebenfalls. Bleiben Rötung, Schwellung, Schmerzen oder andere auffällige Veränderungen zurück, lassen Sie diese ärztlich beurteilen. Eine solche Reaktion sollte außerdem für spätere medizinische Untersuchungen in Erinnerung beziehungsweise in Ihren Unterlagen bleiben, damit Sie sie beim nächsten Aufklärungsgespräch direkt nennen können.

    Wenn ein MRT ohnehin in nächster Zeit geplant ist und beide Termine frei wählbar sind, kann es praktischer sein, zuerst die Untersuchung durchführen zu lassen und danach zu pigmentieren. Bei medizinisch notwendigen oder kurzfristigen Untersuchungen gilt dagegen: Permanent Make-up angeben und das MRT nicht deswegen verschieben.

    Wenn Sie bereits wissen, dass in wenigen Wochen ein MRT ansteht, kann die Reihenfolge praktisch eine Rolle spielen. Sind beide Termine frei planbar, ist es unkomplizierter, zuerst die medizinische Untersuchung durchführen zu lassen und das Permanent Make-up anschließend zu planen. Damit vermeiden Sie zusätzlich, dass eine ganz frisch pigmentierte Haut gleichzeitig mit einer medizinischen Untersuchung zusammenfällt. Ein Muss ist diese Reihenfolge aber nicht. Wenn ein MRT kurzfristig notwendig wird und Sie bereits pigmentiert sind, gibt es keinen Grund, die Diagnostik wegen Ihrer Augenbrauen oder Ihres Lidstrichs eigenständig zu verschieben. Das gilt auch dann, wenn die Pigmentierung noch nicht lange zurückliegt. Sagen Sie der durchführenden Praxis, welche Bereiche pigmentiert sind und wann die Behandlung stattgefunden hat. Falls Sie Produktname und Chargennummer besitzen, halten Sie die Angaben bereit. Die medizinische Seite entscheidet anschließend, ob daraus für Ihre konkrete Untersuchung überhaupt etwas folgt. Eine medizinisch notwendige Untersuchung hat dabei Vorrang vor der kosmetischen Terminplanung.